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Vom Export zum Store: der Distributor-Ablauf ohne Überraschungen

Stand 21.10.2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Zwischen dem fertigen Master und dem Song auf Spotify liegt der Distributor – der Dienst, der die Datei an die Plattformen liefert, die Codes vergibt und die Tantiemen einsammelt. Der Ablauf ist bei allen Anbietern ähnlich, und die Fehler auch. Hier der Weg, wie er sich in der Praxis bewährt hat.

Was der Distributor braucht

BausteinAnforderungTypischer Fehler
AudioWAV, 16 oder 24 Bit, 44,1 kHz, True Peak unter −1 dBTPMP3 hochladen; Peaks über 0 dB → Ablehnung oder Verzerrung
CoverQuadratisch, 3000 × 3000, JPG oder PNG, RGBText mit URL oder Social-Handle, unscharfes Hochskalieren
MetadatenTitel, Künstlername exakt wie im Profil, Genre, Sprache, SongtextTitel in GROSSBUCHSTABEN, „feat.“ im Titel statt im Feld, Tippfehler im Künstlernamen → neues, leeres Künstlerprofil
CodesISRC je Titel, UPC je Release – vergibt der Distributor kostenlosDenselben Song mit neuem ISRC noch einmal anlegen (zählt als Dublette)
KI-AngabeWahrheitsgemäß ankreuzen, wenn abgefragtVerschweigen – siehe KI-Musik kennzeichnen
Explizit-Kennzeichnung„Explicit“ setzen, wenn der Text es erfordertNicht setzen und später gesperrt werden

Der Zeitplan, der sich bewährt hat

  1. Release-Tag festlegen: ein Freitag, mindestens vier Wochen entfernt. Nicht, weil die Auslieferung so lange dauert, sondern wegen des nächsten Punkts.
  2. Hochladen vier Wochen vorher. Erst nach dem Upload erscheint der Song im Künstlerkonto der Plattformen (Spotify for Artists), und erst dann lässt er sich für redaktionelle Playlists einreichen. Spotify will diesen Pitch mindestens sieben Tage vor Release, besser drei bis vier Wochen. Wer am Release-Tag hochlädt, hat den Pitch verschenkt.
  3. Pre-Save-Link anlegen, sobald der Song im System ist. Die meisten Distributoren bieten eine Landingpage, über die Hörer den Song vormerken; am Release-Tag landet er automatisch in ihrer Bibliothek. Der Effekt ist nicht riesig, aber jeder Pre-Save zählt am ersten Tag – und der erste Tag ist der, den die Algorithmen beobachten.
  4. Canvas, Clips und Thumbnail in den Wochen dazwischen bauen, nicht in der Nacht davor.
  5. Release-Tag: Pre-Save-Link gegen den echten Link tauschen (Webseite, Bio, Smartlink), ersten Clip posten, Playlists mit dem eigenen Titel aktualisieren.
  6. Zwei Wochen danach: Zahlen anschauen, nächsten Song hochladen. Ein Release alle zwei bis drei Wochen hält das Profil in Bewegung; ein Release pro Jahr lässt es einschlafen.

Was nach dem Hochladen passiert

Die Plattformen prüfen Audio und Cover maschinell. Übliche Rückläufer: Cover mit Text, der wie Werbung aussieht; Künstlername, der einem bestehenden Profil ähnelt; und – bei KI-Musik immer häufiger – eine Rückfrage zur Urheberschaft. Ruhig, kurz und wahrheitsgemäß antworten; es wird in der Regel innerhalb weniger Tage freigegeben.

Der Fehlalarm: „künstliche Streams“

Irgendwann kommt die Mail: Ein Titel oder eine Playlist sei wegen des Verdachts auf künstliche Streams eingeschränkt. Das trifft auch Projekte, die nie einen Stream gekauft haben – ausgelöst durch Bot-Follower auf einer fremden Playlist, eine Werbekampagne mit ungewöhnlichem Hörerprofil oder schlicht einen Fehler im Erkennungssystem. Was sich dann bewährt:

  • Nichts löschen, nichts umbenennen, nicht in Panik neu hochladen. Das sieht nach Vertuschung aus und erzeugt Dubletten.
  • Beide Supports anschreiben – Distributor und Plattform – mit derselben kurzen Darstellung: was veröffentlicht wurde, welche Promotion lief, dass keine Streams gekauft wurden. Belege beilegen (Rechnungen von Werbeplattformen, Screenshots der Kampagnen).
  • Warten. Antworten dauern Tage bis Wochen. Bei einem Fehlalarm endet das in der Regel mit der Bestätigung, dass nichts vorliegt.
  • Vorbeugen: keine Playlist-Tauschringe, keine „garantierten Streams“, keine Dienste, die Follower versprechen. Alles, was Hörer kauft statt verdient, ist das, was die Erkennung sucht.

Was der Distributor nicht macht

Er macht keine Promotion, er pitcht nicht für dich, er kümmert sich nicht um deine Social-Media-Rechte an eigener Musik. Letzteres ist ein eigener Schritt: Damit Instagram und TikTok deinen Song nicht als Fremdmaterial stummschalten, muss dein Profil beim Distributor als Rechteinhaber hinterlegt werden (Whitelisting). Das dauert, also vor dem ersten Clip beantragen.

Der Distributor ist Post, nicht Verlag. Was im Paket ist, bestimmst du – und das Paket ist seit dem ersten Release jedes Mal dasselbe.

Alle Ratgeber sind bewusst allgemein gehalten: welche Modelle und Werkzeuge bei dir laufen, hängt von deiner Hardware ab. Fragen oder Korrekturen? Schreib uns.

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